Singles gehen am Wochenende aus um einen gegeigneten Mann oder eine attraktive Frau kennenzulernen. Kritisch betrachten sie, in Cafés uns Bars sitzend, die vorbeiflannierenden Exemplare des anderen Geschlechts. Wie bei einem Einkaufsbummel bei dem man Designerklamotten und billige Turnschuhe begutachtet halten Männer Ausschau nach jungen, süßen Mädchen und Frauen scannen die Menge nach gut situierten, attraktiven Junggesellen.
Doch welche Exemplare bestehen den Attraktivitätstest? Denn attraktiv muss der oder die Zukünfige doch auf jeden Fall sein … Persönlich würde ich Attraktivität als ein Bündel netter Eigenschaften definieren, dessen Zusammensetzung von der jeweiligen Mode bestimmt wird - und das sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht. In den zwanziger Jahren waren pummelige robuste Mädchen sexy, die Mengen an Alkohol vertilgen konnten und rauchten. Heute verlangt die Mode mehr Zurückhaltung, einen schlanken Körperbau und ein Quäntchen mehr Intelligenz beim weiblichen Geschlecht. Ein Mann musste Anfang des 20. Jahrhunderts ehrgeizig und agressiv sein um von den Frauen begehrt zu werden, heute sollte er zumindest “finanzielles Potential” aufweisen können, aber auch Sozialkompetenz und Tolleranz. Das Gefühl der Verliebtheit entsteht aber erst dann, wenn der eine diejenigen menschlichen Werte im anderen entdeckt, für die er die geeigneten Tauschwerte besitzt.
In der Liebe geht es heute also um ein Geschäft. Wir sehen uns die Schaufenster an und leisten uns alles, was wir gegen Bargeld oder auf Raten kaufen können - der reinste Nervenkitzel. Das ist das Glück des modernen Menschen!? Ich spinne den Faden mal weiter: Der Traumpartner muss vom Standpunkt des gesellschaftlichen Wertes begehrenswert sein und gleichzeitig auch mich wegen meiner offensichtlichen und verborgenen Qualitäten begehrenswert finden. Wir verlieben uns also ineinander, wenn wir die Person gefunden haben, die für uns aufgrund ihres Tauschwertes auf dem Markt gerade noch so erschwinglich ist.
Wie es scheint, kann die Menschheit die Liebe nicht von ihrem Restlichen Leben trennen. Materieller Erfolg bestimmt den Markt und Liebesbeziehungen werden in genau derselben Weise gehandhabt wie Deals auf dem Waren- oder Arbeitsmarkt. Natürlich spielen bei der Partnersuche - wie beim Kauf einer Firma - entwicklungsfähige, verborgene Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Wenn der “Neue” ehrgeizig ist, dann kann die Frau davon ausgehen, dass er in fünf Jahren einen besseren Job hat und mehr Geld nach Hause bringen wird, dass sie dann wieder ausgeben kann. ![]()