23
Mai

marketing & liebe

Singles gehen am Wochenende aus um einen gegeigneten Mann oder eine attraktive Frau kennenzulernen. Kritisch betrachten sie, in Cafés uns Bars sitzend, die vorbeiflannierenden Exemplare des anderen Geschlechts. Wie bei einem Einkaufsbummel bei dem man Designerklamotten und billige Turnschuhe begutachtet halten Männer Ausschau nach jungen, süßen Mädchen und Frauen scannen die Menge nach gut situierten, attraktiven Junggesellen.

Doch welche Exemplare bestehen den Attraktivitätstest? Denn attraktiv muss der oder die Zukünfige doch auf jeden Fall sein … Persönlich würde ich Attraktivität als ein Bündel netter Eigenschaften definieren, dessen Zusammensetzung von der jeweiligen Mode bestimmt wird - und das sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht. In den zwanziger Jahren waren pummelige robuste Mädchen sexy, die Mengen an Alkohol vertilgen konnten und rauchten. Heute verlangt die Mode mehr Zurückhaltung, einen schlanken Körperbau und ein Quäntchen mehr Intelligenz beim weiblichen Geschlecht. Ein Mann musste Anfang des 20. Jahrhunderts ehrgeizig und agressiv sein um von den Frauen begehrt zu werden, heute sollte er zumindest “finanzielles Potential” aufweisen können, aber auch Sozialkompetenz und Tolleranz. Das Gefühl der Verliebtheit entsteht aber erst dann, wenn der eine diejenigen menschlichen Werte im anderen entdeckt, für die er die geeigneten Tauschwerte besitzt.

In der Liebe geht es heute also um ein Geschäft. Wir sehen uns die Schaufenster an und leisten uns alles, was wir gegen Bargeld oder auf Raten kaufen können - der reinste Nervenkitzel. Das ist das Glück des modernen Menschen!? Ich spinne den Faden mal weiter: Der Traumpartner muss vom Standpunkt des gesellschaftlichen Wertes begehrenswert sein und gleichzeitig auch mich wegen meiner offensichtlichen und verborgenen Qualitäten begehrenswert finden. Wir verlieben uns also ineinander, wenn wir die Person gefunden haben, die für uns aufgrund ihres Tauschwertes auf dem Markt gerade noch so erschwinglich ist.

Wie es scheint, kann die Menschheit die Liebe nicht von ihrem Restlichen Leben trennen. Materieller Erfolg bestimmt den Markt und Liebesbeziehungen werden in genau derselben Weise gehandhabt wie Deals auf dem Waren- oder Arbeitsmarkt. Natürlich spielen bei der Partnersuche - wie beim Kauf einer Firma - entwicklungsfähige, verborgene Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Wenn der “Neue” ehrgeizig ist, dann kann die Frau davon ausgehen, dass er in fünf Jahren einen besseren Job hat und mehr Geld nach Hause bringen wird, dass sie dann wieder ausgeben kann. ;)

22
Mai

und immer wieder die liebe

Liebe, Liebe, immer wieder die Liebe - er liebt mich, er liebt mich nicht - ist Liebe eigentlich die wichtigste Sache der Welt?

Wer von uns hat nicht schon die Achterbahnfahrten und die Höllenstürme der Liebe mitgemacht und Gefühle wie Schmetterlinge im Bauch oder die schmerzende, unerfüllte Sehnsucht nach dem anderen empfunden? Wer hat nicht schon rational und berechnend darüber nachgedach ob der andere zu einem passt, was einem in der Beziehung wirklich wichtig ist und wieviel Nähe man braucht. Auch ich bin da keine Ausnahme und deshalb möchte ich meinen niegelnagelneuen Blog mit einem - auf den ersten Blick gewöhnlichen und doch erstaunlich tiefgründigen - Zitat von Aldous Huxley beginnen:

Der zynische Volksmund behauptet, Liebe sei
blind. In Wirklichkeit sind aber vielleicht diejenigen
blind, die da nicht lieben und daher nicht erkennen,
wie schön und wie liebenswert die Welt ist.

Liebe, Sex und Beziehungen, das sind die Lieblingsthemen der Medien. Sex ist dabei ein eher einfaches Thema, Liebe halte ich dagegen für viel schwieriger und interessanter. Wir Menschen scheinen die Liebe geradezu zum Leben zu brauchen und viele hungern wirklich danach …

Wir sehen uns unzählige Filme an, die uns Liebesgeschichten - mit oder ohne Happy End - erzählen, wir lesen Beziehungsratgeber und hören im Radio oder auf MP3 (kitschige) Liebeslieder. In unserem ach so kurzen Leben geht es einen Großteil der Zeit darum, wie wir es erreichen von anderen geliebt zu werden, wie wir uns noch “liebenswerter” machen als wir sowieso schon sind. ;) Männer geben sich die größte Mühe immer mächtiger und reicher zu werden und Frauen versuchen durch Schminke und hautenge Kleider “das Beste” aus sich zu machen und möglichst attraktiv zu sein. Was braucht also ein Traummann oder eine Traumfrau in der heutigen Gesellschaft? Neben einigen individuellen Präferenzen - eine Mischung aus Beliebtheit und Sex-Appeal!

Aber gehen wir doch einen Schritt weiter: Wir alle sind auf der Suche nach der “romantischen Liebe”, wir alle sehnen uns nach einem Menschen, der uns liebt, den wir lieben und mit dem wir unsere Zukunft (oder zumindest einen Teil davon) verbringen wollen. Das Lieben an sich scheint dabei gar nicht so schwierig zu sein … schwieriger scheint es hingegen den richtigen Partner zu finden, einen Menschen, den man selbst lieben könnte und der einen zurückliebt.




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